Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

Orte Montafon

Wappen der Gemeinde St. Gallenkirch

St. Gallenkirch

St. Gallenkirch liegt im Montafon im Bezirk Bludenz und besteht aus drei Ortsteilen: dem Kirchdorf St. Gallenkirch, Gortipohl weiter taleinwärts und dem Bergdorf Gargellen. Mit rund 128 Quadratkilometern ist sie nach der Fläche die zweitgrößte Gemeinde Vorarlbergs. Den Namen verdankt der Ort dem heiligen Gallus, dem Patron der Pfarrkirche. Heute prägt vor allem der Tourismus das Leben in der Gemeinde.

  • 878 m Seehöhe
  • 2.237 Einwohner
  • Bludenz Bezirk

Wissenswertes

Das ist St. Gallenkirch

Vom Kirchdorf an der Ill bis hinauf nach Gargellen – drei Dörfer zwischen Rätikon und Verwall

  • Platz 2 nach der Fläche die zweitgrößte Gemeinde Vorarlbergs
  • 1.423 m liegt Gargellen – der höchstgelegene Ort im Montafon
  • 39 % des Gemeindegebiets sind Almen, nur 4 % landwirtschaftliche Nutzfläche
  • 38 m hoch ist der Nordturm der Pfarrkirche hl. Gallus
  • 17. Jh. stammt die Orgel in Gortipohl – die älteste im Montafon
  • 553.408 Übernachtungen im Tourismusjahr 2007/2008, gut zwei Drittel im Winter
Zahlen & Fakten Einwohner, Fläche, Gemeindeamt, Nachbarn
Einwohner
2.237Stand 1. Jänner 2026
Fläche
127,8 km²
Dichte
17 je km²Einwohner
Seehöhe
878 mOrtszentrum
Postleitzahl
6791
Vorwahl
05557
Kennzeichen
BZBezirk Bludenz
Gemeindekennzahl
80120
Bürgermeister
Elisabeth KusterÖVP
Gemeindeamt
Montafonerstraße 46791 St. Gallenkirch

Nachbargemeinden

Einwohner seit 1869 Wie viele Menschen hier lebten – und heute leben

1869 lebten 1.316 Menschen in St. Gallenkirch, 2026 sind es 2.237 – ein Plus von 70 %. Am meisten waren es 2001 mit 2.268.

Einwohner von St. Gallenkirch
JahrEinwohner
18691.316
18801.319
18901.228
19001.200
19101.270
19231.284
19341.478
19391.710
19511.745
19611.915
19711.975
19811.989
19912.121
20012.268
20112.155
20212.204
20262.237
Volkszählungen und Bevölkerungsstand, Statistik Austria
Woher der Name kommt Woher kommt der Name St. Gallenkirch?

Woher kommt der Name St. Gallenkirch?

Der Ort ist nach seinem Kirchenpatron benannt – dem heiligen Gallus.

Belegt Durch die angegebene Quelle belegt.
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Wusstest du? St. Gallenkirch hatte 1837 mehr Einwohner als um 1900
Landschaft und Lage Das Kirchdorf liegt auf 878 Metern an der Ill. Zur Gemeinde gehört auch das ganze Tal des …

Das Kirchdorf liegt auf 878 Metern an der Ill. Zur Gemeinde gehört auch das ganze Tal des Suggadinbachs, der von Gargellen herunterkommt. Im Westen steigt das Gelände zum Rätikon an, wo Gargeller Madrisa (2.770 m), Rotbühelspitze (2.835 m) und Isentällispitz (2.872 m) die höchsten Erhebungen sind. Auf der Ostseite gehört der Verwall mit Zamangspitze (2.386 m) und Valschavieler Maderer (2.769 m) dazu.

Wie stark die Gemeinde von den Bergen geprägt ist, zeigt die Flächennutzung: 29 Prozent sind Wald, 39 Prozent Almen und 26 Prozent hochalpines Gelände – für Äcker und Wiesen bleiben gerade vier Prozent.

Nachbarn sind Schruns, Tschagguns, Silbertal und Gaschurn. Im Süden und Westen grenzt St. Gallenkirch an die Schweizer Gemeinden Klosters und Luzein.

Landschaft und Lage
Foto: Tol.caroline, CC BY-SA 3.0
Drei Dörfer, eine Gemeinde Die Gemeinde gliedert sich in St. Gallenkirch, Gortipohl und Gargellen. Dazu kommt der kleine …

Die Gemeinde gliedert sich in St. Gallenkirch, Gortipohl und Gargellen. Dazu kommt der kleine Ortsteil Galgenul auf der linken Seite der Ill. Die Namen sind rätoromanischen Ursprungs: Gortipohl bedeutete ursprünglich „Hof des Paul“, früher schrieb man es etwa Curtapal oder Gurtepal.

Drei Dörfer, eine Gemeinde
Foto: Frank C. Müller, CC BY-SA 3.0
  • St. GallenkirchKirchdorf auf 878 m mit der Pfarrkirche hl. Gallus
  • GalgenulWestlich des Kirchdorfs, mit den Talstationen von Valiserabahn und Grasjochbahn
  • GortipohlTaleinwärts auf etwa 950 m, mit Kuratienkirche, Schule und dem Wasserfall des Balbierbachs
  • GargellenFrüherer Maisäß auf 1.423 m im Gargellental, heute ganz auf den Tourismus ausgerichtet
Geschichte Lange regierten die Habsburger das Gebiet abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau …

Lange regierten die Habsburger das Gebiet abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau aus. Zwischen 1805 und 1814 war der Ort bayerisch, seit der Gründung des Landes 1861 gehört er zu Vorarlberg. Schon früh war das Gargellental wichtig, weil ein alter Saumpfad über das Schlappiner Joch führte.

Das Leben war oft hart: Im Lawinenwinter 1689 kamen 18 Menschen ums Leben, 1801 starben mehr als 30 Einwohner an den Pocken, 1920 brach die Ruhr aus. Gargellen war lange nur zeitweise bewohnt – 1821 zählte der Pfarrer dort 46 Häuser, die nur im Frühjahr und Herbst genutzt wurden. Erst ab 1880 blieben die Menschen auch den Winter über.

In der NS-Zeit versuchten viele Verfolgte, über Gargellen in die Schweiz zu entkommen. Nicht allen gelang es: 1942 nahmen sich die jüdischen Schwestern Elisabeth und Martha Nehab aus Berlin nach einer gescheiterten Flucht in der Arrestzelle von St. Gallenkirch das Leben, um der Deportation zu entgehen. Viele Männer aus dem Ort dienten im Krieg als Gebirgsjäger in Norwegen und Jugoslawien. Von 1945 bis 1955 lag die Gemeinde in der französischen Besatzungszone.

1821 lebten 1.490 Menschen in 382 Häusern. Nach langem Wachstum gab es zwischen 2001 und 2011 einen leichten Rückgang durch Abwanderung, der in den Jahren danach wieder aufgeholt wurde.

Geschichte
Foto: Q140185287, CC0
Kirchen und Kunst Die spätgotisch-barocke Pfarrkirche steht mitten im Dorf, umgeben vom Friedhof. Innen fallen …

Die spätgotisch-barocke Pfarrkirche steht mitten im Dorf, umgeben vom Friedhof. Innen fallen die barocken Deckenbilder auf, die Christoph Klausner 1774 gemalt hat. Bei der Restaurierung 1996 kamen zusätzlich gotische Fresken aus der Zeit um 1500 zum Vorschein. Das Hochaltarbild des heiligen Gallus schuf Franz Bertle 1862, und im Orgelgehäuse aus den 1780er-Jahren arbeitet seit 2000/2001 ein ganz neues Werk.

Auch die beiden Filialkirchen haben einiges zu bieten. In Gortipohl steht die älteste Orgel des Montafons, eine Appenzeller Hausorgel aus dem 17. Jahrhundert, die 1863 von den Gebrüdern Kasper gekauft und ihrer Heimatkirche geschenkt wurde. In Gargellen schuf David Bertle aus St. Gallenkirch 1674 den volkstümlichen Sebastiansaltar – ein früher Vertreter der später bekannten Montafoner Künstlerfamilie.

Kirchen und Kunst
Foto: Güwy, CC0
Tourismus und Wintersport Der Fremdenverkehr ist die wichtigste Stütze der Gemeinde. Im Tourismusjahr 2007/2008 wurden …

Der Fremdenverkehr ist die wichtigste Stütze der Gemeinde. Im Tourismusjahr 2007/2008 wurden 553.408 Übernachtungen gezählt, 387.354 davon im Winter. 2003 gab es im Ort 68 Gewerbebetriebe mit 949 Beschäftigten und 23 Lehrlingen.

Über St. Gallenkirch und Gaschurn erstreckt sich das Skigebiet Silvretta Montafon – Nova; in Galgenul starten Valiserabahn und Grasjochbahn. Gargellen hat ein eigenes Skigebiet: Die Schafbergbahn führt vom Ortsrand von 1.423 auf 2.130 Meter, insgesamt gibt es dort acht Liftanlagen.

In Gargellen begann der Tourismus Ende des 19. Jahrhunderts als Sommerfrische, in der Zwischenkriegszeit kam der Wintersport dazu. Richtig Schwung bekam der Ort mit der Zufahrtsstraße, die 1935 bis 1938 gebaut und 1956 bis 1960 ausgebaut wurde, und mit den ersten Liften auf den Schafberg ab 1952.

Tourismus und Wintersport
Foto: Robinhood50, CC BY-SA 4.0
  • Heimspitze2.685 m, auf markierten Wegen von Gargellen aus erreichbar
  • Riedkopf2.552 m, ebenfalls ein markiertes Wanderziel
  • Gafierjoch2.415 m, Übergang auf die Schweizer Seite zu Rätschenfluh und Madrisahorn
  • Rongg-WasserfallNordwestlich von Gargellen, mit kurzem, aber anspruchsvollem Klettersteig
Kindergärten und Schulen St. Gallenkirch und Gortipohl haben jeweils einen Kindergarten und eine Volksschule, und …

St. Gallenkirch und Gortipohl haben jeweils einen Kindergarten und eine Volksschule, und selbst Galgenul besitzt noch eine eigene einklassige Volksschule. In Gortipohl befindet sich außerdem die gemeinsame Hauptschule Innermontafon für St. Gallenkirch und Gaschurn. Im Schuljahr 2007/2008 gingen 239 Kinder und Jugendliche im Ort zur Schule, 128 davon in die Hauptschule.

Sagen 3 überlieferte Sagen aus St. Gallenkirch
Geschichten und historische Orte Einst die bevölkerungsstärkste Gemeinde des Bezirks
Zeitreise Die wichtigsten Jahre von 1305 bis 2005
  1. 1305 Eine dem heiligen Gallus geweihte Kapelle wird erwähnt
  2. 1411 Gargellen taucht erstmals in einer Urkunde auf
  3. 1474 Anstelle der Kapelle entsteht eine Kirche im Kirchdorf
  4. 1587 Gaschurn löst sich von St. Gallenkirch und wird eine eigene Pfarre
  5. 1615 Mit einer Stiftung von Peter Lentsch wird die Kirche in Gargellen gebaut
  6. 1689 Im schweren Lawinenwinter sterben in St. Gallenkirch und Gortipohl 18 Menschen
  7. 1801 Über 30 Menschen, meist Kinder, sterben an den Pocken
  8. 1805 Bis 1814 gehört der Ort wie ganz Vorarlberg zu Bayern
  9. 1861 St. Gallenkirch wird Teil des neu gegründeten Landes Vorarlberg
  10. 1880 Die Bewohner von Gargellen bleiben erstmals auch über den Winter
  11. 1952 Das erste Teilstück der Schafbergbahn in Gargellen geht in Betrieb
  12. 2005 Unwetter zerstören im August Teile der Straße, Gargellen ist abgeschnitten

Aus der Heimatforschung – jeder Eintrag mit Quelle

  1. 1483 Selbstständige Pfarrei zum heiligen Gallus
    Die Quelle sagt „spätestens 1483“ – früher ist möglich.
  2. 1499 Filialkirche in Gortipohl wird errichtet
  3. 1754 1.351 Einwohner – bevölkerungsstärkste Gemeinde im Bezirk Bludenz
  4. 1952 Erste Sessellifte zum Schafberggebiet
  5. 1981 Die Valiserabahn wird eröffnet
Sehenswert Pfarrkirche hl. Gallus · Kuratienkirche hl. Nikolaus in Gortipohl · Kuratienkirche hl. Maria Magdalena in Gargellen
  • Pfarrkirche hl. Gallus
    Foto: Frank C. Müller, CC BY-SA 3.0

    Pfarrkirche hl. Gallus

    Die Kirche im Dorfzentrum entstand 1474 und wurde 1669 erweitert, dabei bekam sie einen neuen Turm. Die Zwiebelhaube erinnert an den Turm der Laurentiuskirche in Bludenz, deren Filiale St. Gallenkirch einst war.

  • Kuratienkirche hl. Nikolaus in Gortipohl
    Foto: Frank C. Müller, CC BY-SA 3.0

    Kuratienkirche hl. Nikolaus in Gortipohl

    Nachdem eine Lawine die Vorgängerkapelle zerstört hatte, wurde 1692 neu gebaut. Als 1959 die Schindeln der Zwiebelhaube erneuert wurden, fand man im Turmknauf eine Chronik aus dem Jahr 1854.

  • Kuratienkirche hl. Maria Magdalena in Gargellen
    Foto: Helge Klaus Rieder, CC0

    Kuratienkirche hl. Maria Magdalena in Gargellen

    1622 im Dreißigjährigen Krieg beim Einfall der Prätigauer zerstört und 1644 neu geweiht. Außen an der Chorwand zeigt eine Sonnenuhr ein Fresko von Konrad Honold aus dem Jahr 1958.

  • Wasserfall des Balbierbachs
    Foto: Frank C. Müller, CC BY-SA 3.0

    Wasserfall des Balbierbachs

    Mitten in Gortipohl stürzt der Balbierbach über einen Wasserfall und mündet gleich darauf in die Ill.

  • Überdachte Holzbrücke
    Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0

    Überdachte Holzbrücke

    Beim Montafoner Hüsli führt eine überdachte Holzbrücke über die Ill in Richtung Gargellen.

  • Maisäß Montiel

    Eine der wenigen Maisäßsiedlungen im Montafon, die noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten sind.

  • Fideliskapelle

    Die Kapelle an der Straße nach Gargellen wurde 1912 an geschützter Stelle gebaut, nachdem ältere Kapellen immer wieder Lawinen und Hochwasser zum Opfer gefallen waren. Sie erinnert an Fidelis von Sigmaringen, der 1622 im Tal gewesen sein soll.

Gemeinde und Wappen Bürgermeister, Gemeindevertretung, Wappen

Gemeindevertretung – Wahl 2025

  • Offene Liste St. Gallenkirch – Metnand Föranand 9 von 21 Sitzen
  • Lisi Kuster Parteifreie & Volkspartei 8 von 21 Sitzen
  • Lucas Bargehr, FPÖ St. Gallenkirch 4 von 21 Sitzen
Wappen der Gemeinde St. Gallenkirch

Das Wappen

Das Wappen entstand 1966 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers Konrad Honold. Es ist ein „redendes“ Wappen: Es zeigt den heiligen Gallus mit seinem Bären, dazu eine Kirche und die zwei gekreuzten Schlüssel des Montafons.

Persönlichkeiten 10 Menschen, die mit St. Gallenkirch verbunden sind
  • Josef Feurstein 1887–1973 Seelsorger und Landtagsabgeordneter, Ehrenbürger, von 1951 bis 1973 Kurat in Gortipohl
  • Erika Netzer 1937–1977 Skirennläuferin
  • Fritz Rudigier 1941–2015 Landtagsabgeordneter und von 1985 bis 2005 Bürgermeister
  • Peter Spannring * 1941 Politiker und Kammerangestellter
  • Gabriele Juen * 1963 Ehemalige Landtagsabgeordnete, mit der Gemeinde verbunden
  • Mathias Berthold * 1965 Skirennläufer, Weltmeister und Trainer, geboren in Gargellen
  • Ronald Stampfer * 1976 Skirennläufer
  • Markus Schairer * 1987 Snowboardcross-Weltmeister 2009, mit der Gemeinde verbunden
  • Daniel Zugg * 1993 Skibergsteiger, mit der Gemeinde verbunden
  • Elias Leitner * 2003 Snowboarder, mit der Gemeinde verbunden

Zusammengestellt nach dem Wikipedia-Artikel „St. Gallenkirch“ (Lizenz CC BY-SA 4.0), in eigenen Worten gekürzt. Zahlen: Statistik Austria und GeoSphere Austria über Wikipedia, abgerufen am 13.09.2026. Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz jeweils am Bild.

Namensherkunft, Sagen, Geschichten und Chronik stammen aus der Heimatforschung – die Quellen stehen auf der jeweiligen Seite.

Touren rund um St. Gallenkirch

Alle auf der Karte

Startpunkte der Touren. Ein Streckenverlauf liegt nicht vor.

Essen & Trinken

Alle 16

Restaurant

Benvenuti

St. Gallenkirch

Mo-So 11:00-23:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Restaurant

Vermala Wirt

St. Gallenkirch

Mo-So 09:00-17:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Restaurant

La Taverna

St. Gallenkirch

Mo-So 11:00-23:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Betriebe

Alle 80

Bank

Raiffeisen

St. Gallenkirch

Mo-Fr 08:00-12:00,14:00-16:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Sport

Sport Harry

St. Gallenkirch

Mo-So 08:00-18:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Mitreden

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