Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 3.0 at

Orte Montafon

Wappen der Gemeinde Silbertal

Silbertal

Silbertal liegt im gleichnamigen Seitental des Montafons, das die Litz von Osten her durchfließt. Die Gemeinde ist eine weit verstreute Siedlung, geprägt von Landwirtschaft und Tourismus. Ihr Name erinnert daran, dass an den Hängen des Kristbergs einst nach Silber, Kupfer und Eisen gegraben wurde.

  • 889 m Seehöhe
  • 845 Einwohner
  • Bludenz Bezirk

Wissenswertes

Das ist Silbertal

Das Tal, das seinen Namen dem Bergbau verdankt – von der Litz bis hinauf zur Pflunspitze

  • 2.869 m höchster Punkt der Gemeinde: die Südliche Pflunspitze
  • 1319 erste urkundliche Erwähnung des Ortes
  • 1450 Kristbergkirche erstmals genannt – die älteste Kirche des Montafons
  • 57 m misst der Turm der Pfarrkirche – der höchste im ganzen Montafon
  • 1.540 m Hochmoor Wildried, eines der höchstgelegenen Moore Europas
  • 20.000 m² Spielfläche der Freilichtbühne, die sich den Sagen widmet
Zahlen & Fakten Einwohner, Fläche, Gemeindeamt, Nachbarn
Einwohner
845Stand 1. Jänner 2026
Fläche
88,6 km²
Dichte
10 je km²Einwohner
Seehöhe
889 mOrtszentrum
Postleitzahl
6782
Vorwahl
05556
Gemeindekennzahl
80123
Bürgermeister
Thomas Zudrell
Gemeindeamt
Dorfstraße 86782 Silbertal

Nachbargemeinden

Einwohner seit 1869 Wie viele Menschen hier lebten – und heute leben

1869 lebten 646 Menschen in Silbertal, 2026 sind es 845 – ein Plus von 31 %. Am meisten waren es 2001 mit 873.

Einwohner von Silbertal
JahrEinwohner
1869646
1880645
1890637
1900593
1910541
1923467
1934540
1939523
1951582
1961629
1971774
1981834
1991847
2001873
2011870
2021851
2025849
2026845
Volkszählungen und Bevölkerungsstand, Statistik Austria
Woher der Name kommt Woher kommt der Name Silbertal?

Woher kommt der Name Silbertal?

Der Bezug zum Bergbau liegt nahe – eine Quelle, die den Namen ausdrücklich erklärt, fehlt uns bislang.

Ungeklärt Dazu liegt uns keine belastbare Quelle vor.
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Wusstest du? Im Silbertal kann man Sagen erwandern
Landschaft und Lage Fast das gesamte Silbertal gehört zur Gemeinde – ein Seitental des Montafons in der …

Fast das gesamte Silbertal gehört zur Gemeinde – ein Seitental des Montafons in der Verwallgruppe, durch das die Litz fließt. Es zieht sich weit nach Osten bis zum Silbertaler Winterjöchle an der Grenze zu Tirol. Nur am Taleingang, wo die Litz ins Illtal hinaustritt, teilen sich Bartholomäberg und Schruns das Gebiet.

Im unbewohnten hinteren Tal zweigen das Gaflunatal und das Wasserstubental ab. Über dem Ort ragt die Silbertaler Lobspitze mit 2.605 Metern auf, noch höher reicht die Südliche Pflunspitze mit 2.869 Metern. Knapp ein Drittel der Fläche ist Wald, gut ein Drittel Alpgelände.

Weil die Silbertaler Straße im Ort selbst endet, gibt es keinen Durchgangsverkehr. Von dort führen nur noch Forststraßen weiter zu den zahlreichen Alpen, etwa zur Alpguesalpe, zur Wasserstube oder nach Gafluna.

Landschaft und Lage
Foto: 32 Fuß-Freak, CC BY-SA 4.0
  • SilbertalHauptort als Streusiedlung mit den Teilen Innertal und Außertal
  • KristbergStreusiedlung am Nordhang, gegliedert in Inner- und Außerkristberg
  • BuchenÖstlich von Kristberg, mit Unter-, Ober- und Innerbuchen
  • Ganlätsch, Höfle und SchöffelDrei kleine Rotten am Nordhang gegenüber von Außertal
  • FellimännleTaleinwärts rund um den gleichnamigen Gasthof
Silber, Kupfer und Eisen Rund um Silbertal und Bartholomäberg wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit nach Erz gegraben …

Rund um Silbertal und Bartholomäberg wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit nach Erz gegraben. Die Knappen schürften vor allem an den Hängen des Kristbergs – bis ins 17. Jahrhundert hieß der Ort deshalb „Silberberg“, und in älteren Büchern steht noch „Silberthal“.

Die letzte Blüte erlebte der Bergbau im Hochmittelalter. Als zwischen 1520 und 1550 große Mengen Silber aus Amerika nach Europa kamen, stürzte der Preis ab. Mit rund einer halben Tonne im Jahr war Silbertal viel zu klein, um da mitzuhalten, und der Abbau kam zum Erliegen.

Wie wichtig die Bergleute für das Tal waren, zeigen die Knappenkirche am Kristberg und das Montafoner Bergbaumuseum im Gemeindeamt. Auch der silberne Hammer im Gemeindewappen erinnert an diese Zeit.

Geschichte In den günstigen Lagen am Talgrund lebten zunächst rätoromanische Hofjünger des Hofes Bludenz …

In den günstigen Lagen am Talgrund lebten zunächst rätoromanische Hofjünger des Hofes Bludenz. Später zogen Walser zu und machten das Tal urbar. Urkundlich greifbar wird Silbertal 1319, und 1332 weihten die Walser ihre Kapelle im Silberberg.

Bis 1453 war Silbertal Sitz eines eigenen Walsergerichts; schon 1420 war es mit dem Montafon an Österreich gekommen. Die Habsburger regierten abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau aus, von 1805 bis 1814 war der Ort bayerisch. Seit 1861 gehört Silbertal zu Vorarlberg, von 1945 bis 1955 lag es in der französischen Besatzungszone.

Vor der Pfarrkirche stand ab 1968 ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege. Weil darauf auch der aus Silbertal stammende NS-Täter Josef Vallaster genannt war, ließ die Gemeinde es nach einer geschichtlichen Aufarbeitung im Juni 2009 abbauen. Seit 2010 gibt es an seiner Stelle einen Erinnerungsplatz.

Geschichte
Foto: Herbert Heim, CC BY-SA 4.0
Kristberg und Kristbergbahn Der Name Kristberg hat mit dem Christentum nichts zu tun: Er stammt aus dem Rätoromanischen …

Der Name Kristberg hat mit dem Christentum nichts zu tun: Er stammt aus dem Rätoromanischen und bedeutet so viel wie Bergrücken. Die ganzjährig bewohnte Streusiedlung liegt unterhalb des 1.481 Meter hohen Kristbergsattels, eines alten Fußweg-Übergangs hinüber nach Dalaas ins Klostertal.

Hinauf geht es am bequemsten mit der Kristbergbahn, einer 1988 gebauten Pendelbahn von Innertal. Die Kabine fasst 35 Personen und braucht für die rund 1.575 Meter lange Strecke etwa fünf Minuten; 2016 wurde die Bahn von Grund auf erneuert. Die Talstation ist Endhaltestelle der Buslinie 88 aus Schruns.

Im Winter laufen am Sattel zwei Schlepplifte, bekannter ist der Kristberg aber als Tourengebiet: mit einer 11 Kilometer langen Panoramaloipe, mehr als 40 Kilometern Winterwanderwegen und über 48 Kilometern Schneeschuhrouten. Über die Kapellbahn in Außertal besteht Anschluss an das Skigebiet Silvretta Montafon.

Kristberg und Kristbergbahn
Foto: Vince51, CC BY-SA 3.0
Dorfleben, Schule und Vereine 2003 zählte Silbertal 13 Gewerbebetriebe mit 61 Beschäftigten und vier Lehrlingen. Im …

2003 zählte Silbertal 13 Gewerbebetriebe mit 61 Beschäftigten und vier Lehrlingen. Im Tourismusjahr 2001/2002 wurden gut 82.000 Übernachtungen gezählt.

Die Volksschule steht in Innertal, dazu kommt ein Kindergarten. Früher gab es auch am Berg eigene Schulen: Am Kristberg wurde ab 1835 in einer einklassigen Schule unterrichtet, bis sie 2003 mangels Kindern schloss. Das kleine Schulhaus in Buchen von 1949 war nur bis 1959 in Betrieb.

Das Vereinsleben tragen unter anderem die Bürgermusik, die Freiwillige Feuerwehr, der 1949 gegründete Wintersportverein und der Fußballclub von 1983. In Silbertal fällt auch der Startschuss zum Montafon-Arlberg-Marathon, dessen Ziel in St. Anton am Arlberg liegt. Seit 1994 ist Semmering in Niederösterreich Partnergemeinde.

Sagen 6 überlieferte Sagen aus Silbertal
Geschichten und historische Orte Bergbau, Verwall und eine lebendige Erzählkultur · Der Sagenwanderweg vom Kristberg ins Silbertal
Zeitreise Die wichtigsten Jahre von 1319 bis 2026
  1. 1319 Silbertal wird erstmals in einer Urkunde erwähnt
  2. 1332 Die Walser lassen ihre „Kapelle im Silberberg“ weihen
  3. 1420 Gemeinsam mit dem Montafon kommt Silbertal an Österreich
  4. 1450 Die Knappenkirche am Kristberg taucht erstmals in einer Urkunde auf
  5. 1520–1550 Silber aus Amerika lässt den Preis fallen – der Bergbau im Tal lohnt sich nicht mehr
  6. 1687 Eine Schrift beschreibt die Heilquelle des Silbertaler Bades
  7. 1861 Silbertal gehört fortan zum Land Vorarlberg
  8. 1893 Die neue Pfarrkirche nach Plänen von Friedrich von Schmidt wird geweiht
  9. 1964 Die Landesregierung verleiht der Gemeinde ihr Wappen
  10. 1988 Die Kristbergbahn wird gebaut
  11. 2009 Die Gemeinde entfernt das Kriegerdenkmal, 2010 entsteht ein Erinnerungsplatz
  12. 2026 Die Orgel der Pfarrkirche erklingt nach jahrzehntelanger Stille wieder
Sehenswert Pfarrkirche hll. Josef und Nikolaus · Knappenkirche St. Agatha am Kristberg · Montafoner Bergbaumuseum
  • Pfarrkirche hll. Josef und Nikolaus
    Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 3.0 at

    Pfarrkirche hll. Josef und Nikolaus

    Die neugotische Kirche entstand 1892/93 nach Plänen des Kölner und Wiener Dombaumeisters Friedrich von Schmidt. Ihr 57 Meter hoher Turm ist der höchste des Montafons, und als einzige Kirche im Tal hat sie ihren Haupteingang im Osten. Die Orgel von 1903 war jahrzehntelang verstummt und wurde am 30. August 2026 nach der Restaurierung wieder eingeweiht.

  • Knappenkirche St. Agatha am Kristberg
    Foto: Nikater, Public domain

    Knappenkirche St. Agatha am Kristberg

    Die spätgotische Kirche wird 1450 erstmals erwähnt und gilt als älteste des Montafons; 1507 gab ihr Baumeister Kasper Schop ihre Gestalt. Der Legende nach geht sie auf das Gelübde verschütteter Bergknappen zurück. In die hölzernen Türsäulen sind Hauszeichen geschnitzt – aus einer Zeit, als kaum jemand schreiben konnte.

  • Montafoner Bergbaumuseum
    Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 3.0 at

    Montafoner Bergbaumuseum

    Im Gemeindeamt gegenüber der Pfarrkirche erzählen rund 500 Objekte vom Abbau von Silber, Kupfer und Eisen im ganzen Montafon. Träger ist der Heimatschutzverein Montafon.

  • Hochmoor Wildried
    Foto: 32-Fuß-Freak, CC BY-SA 4.0

    Hochmoor Wildried

    Östlich des Kristbergs liegt auf rund 1.540 Metern eines der höchstgelegenen Moore Europas. Von der Bergstation der Kristbergbahn ist es in etwa einer Stunde zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen, im Winter führt die Loipe daran vorbei.

  • Freilichtbühne Silbertal
    Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0

    Freilichtbühne Silbertal

    Mit etwa 20.000 Quadratmetern Spielfläche zählt sie zu den größten Bühnen Europas. Auf dem Programm stehen die Sagen der Region.

  • Ehemaliges Heilbad
    Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0

    Ehemaliges Heilbad

    In der Parzelle „Bädli“ in Außertal sprudelte eine kalte, eisenhaltige Schwefelquelle, deren Wasser 1687 in einer eigenen Schrift beschrieben wurde. 1905 wurde das Bad aufgegeben; das Badhaus steht noch und dient heute als Wohnhaus.

  • Erinnerungsplatz

    Er liegt seit 2010 vor der Pfarrkirche, dort, wo bis 2009 das Kriegerdenkmal stand – entfernt, weil darauf auch ein NS-Täter genannt war.

Gemeinde und Wappen Bürgermeister, Gemeindevertretung, Wappen

Gemeindevertretung – Wahl 2025

  • Gemeindeliste Silbertal 12 von 12 Sitzen

Bürgermeister

  1. seit 2010 Thomas Zudrell
  2. 1984–2010 Willi Säly (ÖVP)
  3. 1973–1984 Georg Amann
  4. 1950–1973 Hermann Brugger
  5. 1947–1950 Alois Bargehr
  6. 1945–1947 Alois Werle
Wappen der Gemeinde Silbertal

Das Wappen

Blauer Schild mit einem goldenen Schlüssel, gekreuzt mit einem silbernen Hammer; darüber drei Sterne auf rot-weißem Grund. Der Schlüssel steht für das Montafon, der Hammer für den Silberbergbau am Kristberg, und die Sterne stammen aus dem Walliser Wappen – als Gruß an die Walser. Entworfen hat es der Grafiker Markus Bachmann, verliehen wurde es am 12. Mai 1964.

Persönlichkeiten 2 Menschen, die mit Silbertal verbunden sind
  • Reinhold Luger * 1941 Grafikdesigner, gebürtiger Silbertaler
  • Johann Bitschnau 1876–1929 Silbertaler Lehrer, dessen Erinnerungen 2011 im Bergbaumuseum ausgestellt wurden

Zusammengestellt nach dem Wikipedia-Artikel „Silbertal“ (Lizenz CC BY-SA 4.0), in eigenen Worten gekürzt. Zahlen: Statistik Austria und GeoSphere Austria über Wikipedia, abgerufen am 13.09.2026. Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz jeweils am Bild.

Namensherkunft, Sagen, Geschichten und Chronik stammen aus der Heimatforschung – die Quellen stehen auf der jeweiligen Seite.

Touren rund um Silbertal

Alle auf der Karte

Startpunkte der Touren. Ein Streckenverlauf liegt nicht vor.

Essen & Trinken

Alle 10

Restaurant

Fellimännle

Silbertal Almhütte

May 15-Oct 15: 10:00-18:00; Dec 25-Apr 10: 10:00-17:00; Dec 25-Apr 10: Mo geschlossen

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Restaurant

Gasthof Teich

Silbertal

Jun 01-Oct 20: Mi-So 15:00-21:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Restaurant

Knappastoba

Silbertal

Fr-Di,Feiertag 10:00-18:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Restaurant

Alpe Innerkapell

Silbertal

"Anfang Juni - Mitte September (je nach Witterung)"

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

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