Foto: --Walter45 (talk) 22:29, 25 April 2016 (UTC), CC BY-SA 3.0

Orte Montafon

Wappen der Gemeinde Bartholomäberg

Bartholomäberg

Bartholomäberg zieht sich als lockere Streusiedlung über einen breiten, kaum bewaldeten Bergrücken im Montafon – vom Talgrund an Ill und Litz bis auf rund 1300 Meter. Die sonnige Lage hat früh Menschen angezogen: Bartholomäberg gilt als die älteste Siedlung der Talschaft. Hier wurde über Jahrhunderte nach Eisen, Kupfer und Silber gegraben, und hier entstand die erste Pfarre des Montafons.

  • 1.087 m Seehöhe
  • 2.407 Einwohner
  • Bludenz Bezirk

Wissenswertes

Das ist Bartholomäberg

Streusiedlung auf dem Sonnenbalkon des Montafons – älteste Pfarre des Tals und uraltes Bergbaurevier

  • 1350 erscheint „Sankt Bartholomäberg“ als erste Pfarrei im Montafon
  • 1319 ist hier bereits ein Silberbergwerk nachgewiesen
  • um 1150 entstand in Limoges das romanische Vortragekreuz der Pfarrkirche
  • 1657 erbaut: das Frühmesshaus, eines der ältesten Gebäude im Tal
  • 16 km lang ist der Geologische Lehrwanderweg mit 24 Tafeln
  • 600–1300 Meter Höhenunterschied umfasst die weit verstreute Siedlung
Zahlen & Fakten Einwohner, Fläche, Gemeindeamt, Nachbarn
Einwohner
2.407Stand 1. Jänner 2026
Fläche
27,3 km²
Dichte
88 je km²Einwohner
Seehöhe
1.087 mOrtszentrum
Postleitzahl
6781
Vorwahl
05556
Gemeindekennzahl
80101
Bürgermeister
Martin Vallaster
Gemeindeamt
Luttweg 16781 Bartholomäberg

Nachbargemeinden

Einwohner seit 1869 Wie viele Menschen hier lebten – und heute leben

1869 lebten 1.197 Menschen in Bartholomäberg, 2026 sind es 2.407 – ein Plus von 101 %.

Einwohner von Bartholomäberg
JahrEinwohner
18691.197
18801.211
18901.119
1900997
19101.003
19231.038
19341.132
19391.125
19511.368
19611.553
19711.792
19812.001
19912.137
20012.233
20112.265
20212.373
20262.407
Volkszählungen und Bevölkerungsstand, Statistik Austria
Woher der Name kommt Woher kommt der Name Montafon?

Woher kommt der Name Montafon?

Rätoromanischer Ursprung mit Bezug zum Bergbau – und ein Name, der erst nach und nach das ganze Tal meinte.

Wahrscheinlich Die Quelle nennt diese Deutung als wahrscheinlich, nicht als gesichert.
Ganze Geschichte lesen
Wusstest du? Montafon hieß nicht immer das ganze Tal
Sonnenbalkon des Montafons Bartholomäberg liegt auf einem großen Bergrücken und reicht von etwa 600 bis rund 1300 Meter …

Bartholomäberg liegt auf einem großen Bergrücken und reicht von etwa 600 bis rund 1300 Meter hinauf; die Alpflächen ziehen sich bis in den Verwall mit dem Itonskopf. Die Höfe und Häuser verteilen sich weit über die Hänge, Wald gibt es vergleichsweise wenig. Weil der Rücken so offen nach Süden schaut, ist das Klima hier besonders mild – nicht umsonst spricht man vom Sonnenbalkon des Montafons.

Unten im Tal bilden Ill und Litz die Grenze. Der Fritzenbach entspringt im alten Bergbaugebiet Worms, stürzt direkt zum Talgrund hinab und mündet bei Gantschier in die Ill. Nachbarn sind Bludenz, St. Anton im Montafon, Innerbraz, Vandans, Dalaas und Schruns.

Von den Wegen oberhalb des Dorfes öffnet sich der Blick über das Illtal hinweg auf den Rätikon – mit der Tschaggunser Mittagspitze im Vordergrund und dahinter Sulzfluh, Drei Türmen und Drusenfluh.

Sonnenbalkon des Montafons
Foto: Nikater, Public domain
  • BartholomäbergDorfzentrum mit Pfarrkirche auf einer Geländestufe am Hang
  • GantschierOrtsteil im Talgrund, wo der Fritzenbach in die Ill mündet
  • InnerbergOrtsteil mit eigener Kuratienkirche inmitten des Friedhofs
  • WormsOberhalb des Dorfes: ein Gehöft, Maisäßhütten und das alte Bergbaurevier
Älteste Siedlung im Tal Schon im dritten Jahrtausend vor Christus dürften Menschen auf dem Bergrücken gelebt haben – …

Schon im dritten Jahrtausend vor Christus dürften Menschen auf dem Bergrücken gelebt haben – darauf lassen gefundene Siedlungsreste schließen. In der Bronze- und Eisenzeit und durch das ganze Mittelalter war Bartholomäberg ein Zentrum des Bergbaus.

Kirchlich war der Ort Vorreiter im Tal: Der Überlieferung nach bestand schon um 1100 eine Pfarrei, schriftlich belegt ist sie 1350 als erste des Montafons. Bis ins Spätmittelalter galt Bartholomäberg als Hauptort der Talschaft, und die Kirche war Mutterkirche von Silbertal und Schruns.

1394 kam der Ort mit dem Montafon an Österreich. Die Habsburger regierten abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau aus, von 1805 bis 1814 war Bartholomäberg bayerisch. Seit 1861 gehört es zum Land Vorarlberg, und von 1945 bis 1955 lag es in der französischen Besatzungszone.

Erz, Stollen und Knappen Eisen, Kupfer und Silber haben Bartholomäberg über viele Jahrhunderte geprägt. Abgebaut wurde …

Eisen, Kupfer und Silber haben Bartholomäberg über viele Jahrhunderte geprägt. Abgebaut wurde schon in karolingischer Zeit, 1319 ist ein Silberbergwerk belegt, und bis ins 16. Jahrhundert lief der Bergbau erfolgreich. Selbst der Kirchenpatron Bartholomäus und die gekreuzten Hämmer im Gemeindewappen erinnern an diese Zeit.

Wer heute durch das Gebiet um Worms wandert, sieht die Spuren noch deutlich: überwachsene Abraumhalden und alte Stolleneingänge. Im früheren Revier Knappagruaba sollen zeitweise 150 Stollen in Betrieb gewesen sein. Ein Forschungsprojekt hat untersucht, wie Bergbau, Weidewirtschaft und Ackerbau in dieser frühen Siedlungskammer zusammenhingen.

Auf Betreiben des Vereins „Historisches Bergwerk“ wurde 2010 bei der Garsellaalpe der St.-Anna-Stollen als Schaubergwerk zugänglich gemacht. Weitere Zeugnisse des Bergbaus findet man in der Knappenkirche am Kristberg und im Bergbaumuseum Silbertal.

Erz, Stollen und Knappen
Foto: Anton-kurt, CC BY-SA 3.0 at
Geologischer Lehrwanderweg Seit 1978 führt ein markierter alpiner Rundweg von der Kirche aus über den Monteneu-Bergstock …

Seit 1978 führt ein markierter alpiner Rundweg von der Kirche aus über den Monteneu-Bergstock und wieder zurück. Knapp 16 Kilometer ist er lang; wer ihn komplett geht, sollte etwa zehn Stunden einplanen, davon vier bis fünf Stunden reine Gehzeit. Man kann ihn in beide Richtungen gehen und über kreuzende Wege auch nur Teilstücke wählen.

24 Tafeln erzählen unterwegs von 1000 Millionen Jahren Montafoner Erdgeschichte: welche Gesteine hier vorkommen, wie alt sie sind, wie sie entstanden und wie die umliegenden Berge aufgebaut sind. Am Ende weist die Panoramatafel Knappagruaba darauf hin, wie stark der Bergbau die Landschaft verändert hat.

Geologischer Lehrwanderweg
Foto: Walter45, CC BY-SA 3.0
  • Rellseck (1492 m)Alpengasthaus, an dem der Weg nach Nordosten auf den Kamm abbiegt
  • Wannaköpfle (2032 m)Aussichtsreicher Kamm aus Hauptdolomit, der Itonskopf bleibt links liegen
  • Alpilakopf (2078 m)Gipfel am Kamm der Itonskopfgruppe
  • Obere Wiese (1880 m)Fossiles Korallenriff aus dem Jura mit Korallen, Muscheln und Seelilien
  • Knappagruaba (1340 m)Halden und Stolleneingänge des alten Erzbergbaus bei Worms
Leben und Arbeiten am Berg 2003 zählte die Gemeinde 18 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 77 Beschäftigten und 8 …

2003 zählte die Gemeinde 18 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 77 Beschäftigten und 8 Lehrlingen. Auch Gäste kommen gern auf den Berg – im Tourismusjahr 2006/2007 wurden 97.424 Übernachtungen gezählt, davon 54.317 im Winter und 43.107 im Sommer.

Für die Jüngsten gibt es zwei Kindergärten und zwei Volksschulen, außerdem ist die Polytechnische Schule Außermontafon in der Gemeinde zu Hause. Durch den Südwesten des Gemeindegebiets fährt die Montafonerbahn; vom rund zwei Kilometer entfernten Bahnhof Schruns geht es halbstündlich mit der S-Bahn nach Bludenz.

Das Dorfleben tragen viele Vereine: Harmoniemusik Bartholomäberg und Trachtenkapelle Gantschier, Theatergruppe und Singkreis, die Funkenzünfte in Bartholomäberg und Gantschier, der Viehzuchtverein, der SC Bartholomäberg sowie drei Freiwillige Feuerwehren in Bartholomäberg, Gantschier und Innerberg.

Leben und Arbeiten am Berg
Foto: Herbert Heim, CC BY-SA 4.0
Sagen Das Steinkreuz am Bartholomäberg
Geschichten und historische Orte Wo die Besiedlung des Montafons begann · Knappagruaba – Spuren von Jahrhunderten Bergbau
Zeitreise Die wichtigsten Jahre von 1319 bis 2013
  1. 3. Jt. v. Chr. Siedlungsreste deuten auf eine erste Besiedlung des Bergrückens hin
  2. 1319 Ein Silberbergwerk in Bartholomäberg ist urkundlich belegt
  3. 1350 „Sankt Bartholomäberg“ wird als erste Pfarrei des Montafons genannt
  4. 1394 Mit dem ganzen Montafon kommt Bartholomäberg an Österreich
  5. 1657 Das Frühmesshaus wird errichtet
  6. 1743 Weihe der neuen Barockkirche, deren Grundstein 1729 gelegt worden war
  7. 1805 Bis 1814 gehört der Ort zu Bayern, danach wieder zu Österreich
  8. 1861 Mit der Gründung des Vorarlberger Landtags wird Bartholomäberg Teil Vorarlbergs
  9. 1978 Der Geologische Lehrwanderweg über den Monteneu wird eröffnet
  10. 2009 Das Frühmesshaus öffnet als 50. Museum Vorarlbergs
  11. 2010 Bei Worms wird der St.-Anna-Stollen als Schaubergwerk eröffnet
  12. 2013 Gantschier wird zur 126. Pfarre der Diözese Feldkirch erhoben

Aus der Heimatforschung – jeder Eintrag mit Quelle

  1. 450 v. Chr.–0 Bergbau bereits in der jüngeren Eisenzeit
    Schwermetallwerte in Torfablagerungen der Knappagruaba deuten auf frühen Abbau. Wahrscheinlich
  2. 1319 König Friedrich der Schöne verleiht die Silbergruben am „Muntafune“
    Graf Albrecht von Werdenberg erhält das Recht, die Gruben am Berg zu bewirtschaften.
Sehenswert Pfarrkirche hl. Bartholomäus · Kuratienkirche Innerberg · Pfarrkirche Gantschier
  • Pfarrkirche hl. Bartholomäus
    Foto: Herbert Heim, CC BY-SA 4.0

    Pfarrkirche hl. Bartholomäus

    Die reich ausgestattete Barockkirche wurde 1743 geweiht und steht inmitten des Friedhofs mit weitem Blick zu Rätikon und Silvretta. Zu ihren Schätzen zählen eine barocke Orgel, der gotische Knappenaltar um 1525 und ein romanisches Vortragekreuz aus Limoges um 1150, das im Original von der Diözese Feldkirch verwahrt wird.

  • Kuratienkirche Innerberg
    Foto: Herbert Heim, CC BY-SA 4.0

    Kuratienkirche Innerberg

    Der Grundstein wurde 1791 gelegt, geweiht wurde die Kirche am 4. Juli 1820. Baumeister war der Schrunser Josef Vonier. Sehenswert sind das Hochaltarbild von Franz Bertle, eine gotische Madonna um 1500 und die vergoldete Kanzel mit den vier Evangelisten.

  • Pfarrkirche Gantschier
    Foto: SchiDD, CC BY-SA 4.0

    Pfarrkirche Gantschier

    Ein schlichter Bau der Moderne im Talgrund, entworfen vom Schrunser Architekten Werner Pfeifer und zu Weihnachten 1964 eingeweiht. Die Betonglasfenster stammen von Adolfo Winternitz; seit 2013 ist Gantschier eine eigene Pfarre.

  • Museum Frühmesshaus
    Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

    Museum Frühmesshaus

    Das Haus von 1657 diente einst den Frühmessern als Unterkunft und wurde kaum je umgebaut – deshalb steht es unter Denkmalschutz. Seit 2009 ist es ein Museum, anfangs so gezeigt, wie es der letzte Bewohner verlassen hatte.

  • Historisches Bergwerk (St.-Anna-Stollen)

    Das Schaubergwerk bei der Garsellaalpe im Gebiet Worms wurde 2010 eröffnet und ist in den Geologischen Lehrwanderweg eingebunden. Vor einem Besuch lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.

  • Fossiles Korallenriff an der Oberen Wiese

    Ein Naturdenkmal am Lehrwanderweg: Im Riffkalk aus einem Jurameer sind gut erhaltene Korallenstöcke, Muscheln und Seelilien zu erkennen.

Gemeinde und Wappen Bürgermeister, Gemeindevertretung, Wappen

Gemeindevertretung – Wahl 2025

  • Bürgermeister Martin Vallaster – Gemeinsam für Bartholomäberg 17 von 21 Sitzen
  • FPÖ Bartholomäberg und Parteifreie 4 von 21 Sitzen

Bürgermeister

  1. seit 1990 Martin Vallaster
  2. 1965–1990 Erwin Vallaster
  3. 1945–1965 Josef Keßler
Wappen der Gemeinde Bartholomäberg

Das Wappen

Das Wappen wurde 1956 nach einem Entwurf des Schrunser Heraldikers Konrad Honold gestaltet und am 17. August 1956 von der Landesregierung verliehen. Oben wächst der Apostel Bartholomäus mit Messer und Buch empor – ein „redendes“ Wappen, das den Ortsnamen bildlich aufgreift. Die gekreuzten Hämmer stehen für den frühen Bergbau, die Schlüssel für die Zugehörigkeit zum Montafon.

Persönlichkeiten 4 Menschen, die mit Bartholomäberg verbunden sind
  • Franz Josef Keßler 1867–1949 Gemeindevorsteher und Landtagsabgeordneter
  • Josef Keßler 1885–1967 Bürgermeister und Landtagsabgeordneter
  • Anita Wachter * 1967 Ehemalige Skirennläuferin, mit der Gemeinde verbunden
  • Sophia Ganahl * 1995 Ehemalige Snowboarderin, mit der Gemeinde verbunden
Bartholomäberg
Foto: Nikater, Public domain
Bartholomäberg
Foto: Nikater, Public domain
Bartholomäberg
Foto: Stefanuns, CC BY-SA 3.0 at
Bartholomäberg
Foto: Reinhard Müller, CC BY-SA 4.0
Bartholomäberg
Foto: Helge Klaus Rieder, CC0

Zusammengestellt nach dem Wikipedia-Artikel „Bartholomäberg“ (Lizenz CC BY-SA 4.0), in eigenen Worten gekürzt. Zahlen: Statistik Austria und GeoSphere Austria über Wikipedia, abgerufen am 13.09.2026. Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz jeweils am Bild.

Namensherkunft, Sagen, Geschichten und Chronik stammen aus der Heimatforschung – die Quellen stehen auf der jeweiligen Seite.

Touren rund um Bartholomäberg

Alle auf der Karte

Startpunkte der Touren. Ein Streckenverlauf liegt nicht vor.

Essen & Trinken

Alle 4

Restaurant

Gasthaus Mühle

Bartholomäberg

Mi,Do geschlossen; Mo-Di,Fr-So,Feiertag open

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Restaurant

Gasthof Rellseck

Bartholomäberg

Mo-So,Feiertag 10:00-18:00

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Betriebe

Alle 31

Nahversorger

Bärger Lädili

Bartholomäberg

Mo-Fr 07:00-12:00,15:00-18:00; Sa 07:00-12:00,16:00-18:00; So,Feiertag geschlossen

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Tankstelle

Avanti

Bartholomäberg

durchgehend geöffnet

Angabe der Quelle, ohne Gewähr.

Mitreden

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Quellen

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