Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5

Orte Montafon

Wappen der Gemeinde St. Anton im Montafon

St. Anton im Montafon

St. Anton im Montafon liegt ganz vorne am Eingang des Montafons. Das Gemeindegebiet reicht vom Ufer der Ill bis hinauf zur Davenna und besteht nur aus einer einzigen Katastralgemeinde. Lange gehörte der Ort zu Bludenz; seine Geschichte erzählen die barocke Pfarrkirche, der einstige Gipsabbau und die Montafonerbahn, die hier seit 1905 hält.

  • 651 m Seehöhe
  • 727 Einwohner
  • Bludenz Bezirk

Wissenswertes

Das ist St. Anton im Montafon

Das Dorf am Taleingang – zwischen Ill und Davenna, benannt nach dem heiligen Antonius dem Einsiedler

  • 1412 wird der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt
  • 1776 löst sich St. Anton von Bludenz und wird eigene Gemeinde
  • 54 % des Gemeindegebiets sind mit Wald bedeckt
  • 1.881 m hoch ist die Davenna, bis zu der das Gemeindegebiet ansteigt
  • 30 m Fallhöhe hat der Wasserfall am Gravesertobel
  • 1977 endet der Gipsabbau, der schon im frühen 18. Jahrhundert belegt ist
Zahlen & Fakten Einwohner, Fläche, Gemeindeamt, Nachbarn
Einwohner
727Stand 1. Jänner 2026
Fläche
3,4 km²
Dichte
213 je km²Einwohner
Seehöhe
651 mOrtszentrum
Postleitzahl
6771
Vorwahl
05552
Kennzeichen
BZBezirk Bludenz
Gemeindekennzahl
80119
Bürgermeister
Helmut Pechhacker
Gemeindeamt
Montafonerstraße 646771 St. Anton im Montafon

Nachbargemeinden

Einwohner seit 1869 Wie viele Menschen hier lebten – und heute leben

1869 lebten 95 Menschen in St. Anton im Montafon, 2026 sind es 727 – ein Plus von 665 %. Am meisten waren es 2011 mit 729.

Einwohner von St. Anton im Montafon
JahrEinwohner
186995
1880119
1890127
1900153
1910145
1923146
1934199
1939195
1951271
1961346
1971489
1981580
1991655
2001699
2011729
2021694
2026727
Volkszählungen und Bevölkerungsstand, Statistik Austria
Woher der Name kommt Von Zalanz zu St. Anton im Montafon

Von Zalanz zu St. Anton im Montafon

1412 taucht die Kapelle „Zalanz“ in einer Urkunde auf. Aus dem Kapellenpatron wurde der Ortsname.

Belegt Durch die angegebene Quelle belegt.
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Wusstest du? St. Anton hieß in den ältesten Quellen Zalanz
Landschaft und Lage St. Anton liegt dort, wo das Montafon beginnt – eingerahmt vom Rätikon auf der einen und dem …

St. Anton liegt dort, wo das Montafon beginnt – eingerahmt vom Rätikon auf der einen und dem Davennastock der Verwallgruppe auf der anderen Seite. Im Westen markiert die Ill die Gemeindegrenze, sie fließt hier auf rund 620 Metern. Von dort steigt das Gelände nach Nordosten bis auf die 1.881 Meter hohe Davenna an.

Mehr als die Hälfte der Gemeinde ist Wald, etwa ein Viertel alpines Gelände und nur 13 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Nachbarn sind Lorüns, Bludenz, Bartholomäberg und Vandans.

Aus dem kleinen Dorf ist über die Jahrzehnte ein deutlich größerer Ort geworden: 1869 zählte man 95 Bewohnerinnen und Bewohner, 2011 waren es 729.

Landschaft und Lage
Foto: Tol.caroline, CC BY-SA 3.0
Geschichte Entstanden ist der Ort in der Zeit, als am Kristberg und in Bartholomäberg Erz abgebaut wurde …

Entstanden ist der Ort in der Zeit, als am Kristberg und in Bartholomäberg Erz abgebaut wurde. Früher hieß die kleine Siedlung „Prazalanz“ – ihren heutigen Namen verdankt sie dem heiligen Antonius dem Großen, auch Antonius der Einsiedler genannt. Schon 1419 gab es hier eine Kapelle mit eigenem Kaplan.

Lange Zeit war St. Anton ein Teil von Bludenz, erst 1776 wurde es eine eigene Gemeinde. Regiert wurde der Ort wie ganz Vorarlberg von den Habsburgern, abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau aus. Zwischen 1805 und 1814 gehörte er zu Bayern, seit 1861 zum Land Vorarlberg.

Im 20. Jahrhundert wurde St. Anton 1943 mit Vandans zusammengelegt, 1947 aber wieder selbstständig. Von 1945 bis 1955 lag der Ort in der französischen Besatzungszone.

Geschichte
Foto: unbekannt, Public domain
Gips, Bahn und Hochwasser Bis ins 20. Jahrhundert wurde in St. Anton Gips gewonnen, erste Hinweise darauf reichen ins …

Bis ins 20. Jahrhundert wurde in St. Anton Gips gewonnen, erste Hinweise darauf reichen ins frühe 18. Jahrhundert zurück. Anfangs brachten Pferdefuhrwerke das Gestein mühsam zur Verarbeitung ins Tal. Die 1902 errichtete Bremsbergbahn machte das deutlich leichter, 1950 ersetzte eine Materialseilbahn die schmalen Gleise. 1977 war Schluss, weil keine neue Abbaugenehmigung mehr erteilt wurde.

Seit 1905 ist St. Anton an die Montafonerbahn angebunden und hat bis heute eine eigene Haltestelle. Wie verletzlich die Strecke war, zeigte sich im Juni 1910: Starker Regen und eine späte Schneeschmelze lösten ein Jahrhunderthochwasser aus, das mehr als die Hälfte der Bahnlinie im Montafon zerstörte. Von Juli 1910 bis September 1911 pendelten deshalb Pferdefuhrwerke als Ersatz zwischen Lorüns und St. Anton.

Gips, Bahn und Hochwasser
Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek, CC BY 4.0
Die Pfarrkirche hl. Antonius Die Wurzeln der Kirche liegen in einer Kapelle, die als Filiale der Bludenzer Laurentiuskirche …

Die Wurzeln der Kirche liegen in einer Kapelle, die als Filiale der Bludenzer Laurentiuskirche gegründet wurde. 1646 wurde St. Anton eine eigene Pfarre, 1651 folgte die Weihe der barocken Kirche. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie erweitert und bekam einen neuen Turm.

Im Inneren trifft Barock auf Werke im Stil der Nazarener: Das Hochaltarbild von 1874 stammt von Melchior Paul von Deschwanden, der dabei vom Schrunser Maler Franz Bertle unterstützt wurde. Es zeigt den Kirchenpatron mit einem Schwein – ein Hinweis darauf, wie wichtig die Viehwirtschaft für den Ort war. Die Kreuzwegbilder malte Josef Anton Bertle 1843, die Chorfenster kamen 1907 aus einer Dornbirner Glasmalereiwerkstatt.

1989/90 erweiterte Architekt Heinz-Peter Jehly die Kirche um ein Seitenschiff nach Norden und drehte dabei die Einrichtung um 90 Grad. Der Umbau gilt als Beispiel für die Neue Vorarlberger Bauschule. Von der Talseite sieht die Kirche aus wie eh und je – erst bergseitig zeigt sich die moderne Architektur.

Die Pfarrkirche hl. Antonius
Foto: Anton-kurt, CC BY-SA 3.0 at
Wirtschaft, Schule und Kindergarten Die verfügbaren Wirtschaftszahlen stammen aus dem Jahr 2003: Damals zählte der Ort sieben …

Die verfügbaren Wirtschaftszahlen stammen aus dem Jahr 2003: Damals zählte der Ort sieben Gewerbebetriebe mit 61 Beschäftigten und 12 Lehrlingen, dazu 207 lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige. Wichtig ist auch der Tourismus – im Tourismusjahr 2001/2002 wurden 18.848 Nächtigungen gezählt.

St. Anton hat eine eigene Volksschule, in die im Schuljahr 2021/22 in zwei Klassen 31 Schülerinnen und Schüler aufgenommen wurden. Im Gemeindekindergarten betreuten im Jahr 2022/23 vier Pädagoginnen 19 Kinder.

Sagen 2 überlieferte Sagen aus St. Anton im Montafon
Geschichten und historische Orte Entstanden zur Zeit des Erzbergbaus
Zeitreise Die wichtigsten Jahre von 1376 bis 1990
  1. 1376 Der Überlieferung nach wird eine Antoniuskapelle gestiftet – von einem Herrn von Zalans
  2. 1412 Erste urkundliche Erwähnung des Ortes, die Kapelle wird als Kuratie geführt
  3. 1651 Die barocke Pfarrkirche wird geweiht
  4. 1776 St. Anton wird von Bludenz unabhängig und zur eigenständigen Gemeinde
  5. 1805 Bis 1814 steht der Ort unter bayerischer Herrschaft
  6. 1861 Mit der Gründung des Landes Vorarlberg wird St. Anton Teil davon
  7. 1902 Eine Bremsbergbahn erleichtert den Transport des Gipsgesteins ins Tal
  8. 1905 Die neue Montafonerbahn hält auch in St. Anton
  9. 1910 Ein Jahrhunderthochwasser im Juni zerstört mehr als die Hälfte der Bahnlinie
  10. 1947 Die 1943 verfügte Zusammenlegung mit Vandans wird rückgängig gemacht
  11. 1977 Ohne neue Konzession wird der Gipsabbau eingestellt
  12. 1990 Die Pfarrkirche erhält eine moderne Erweiterung nach Norden

Aus der Heimatforschung – jeder Eintrag mit Quelle

  1. 1412 Zinsbrief nennt den heiligen Anton und die Kapelle „Zalanz“
    Erste urkundliche Erwähnung des Ortes.
  2. 1776 St. Anton wird selbstständige Gemeinde
    Zuvor gehörte der Ort jahrhundertelang zu Bludenz.
Sehenswert Pfarrkirche hl. Antonius der Einsiedler · Gedenktafel für Johann Josef Batlogg · Wasserfall am Gravesertobel
  • Pfarrkirche hl. Antonius der Einsiedler
    Foto: HGT64, CC BY-SA 4.0

    Pfarrkirche hl. Antonius der Einsiedler

    Barocke Hangkirche mit Friedhof, 1651 geweiht und 1989/90 modern erweitert. Sehenswert sind das Hochaltarbild von Melchior Paul von Deschwanden und der Kontrast zwischen alter Talfassade und neuer Bergseite.

  • Gedenktafel für Johann Josef Batlogg
    Foto: Anton-kurt, CC BY-SA 3.0 at

    Gedenktafel für Johann Josef Batlogg

    An der nördlichen Langhauswand im Friedhof erinnert eine Tafel an den Landammann und Schützenhauptmann Johann Josef Batlogg (1751–1800). Unter dem Vorzeichen der Kirche sind zudem Grabtafeln mehrerer Pfarrer aus dem 18. und 19. Jahrhundert eingemauert.

  • Wasserfall am Gravesertobel

    Rund 30 Meter stürzt das Wasser hier in die Tiefe.

  • Holzbrücke über die Ill

    Die Holzbrücke mit doppeltem Hängewerk überspannt seit 1912 die Ill.

Gemeinde und Wappen Bürgermeister, Gemeindevertretung, Wappen

Gemeindevertretung – Wahl 2025

  • Gemeinsam für St. Anton 12 von 12 Sitzen

Bürgermeister

  1. seit 2020 Helmut Pechhacker
  2. 2015–2020 Raimund Schuler
  3. 1997–2015 Rudolf Lerch
  4. 1981–1997 Siegmund Stemer (ÖVP)
  5. 1947–1981 Ignaz Battlogg (ÖVP)
  6. 1945–1947 Josef Pfeifer
Wappen der Gemeinde St. Anton im Montafon

Das Wappen

Entworfen hat das Wappen der Heraldiker Konrad Honold. Es zeigt eine Kirche und zwei gekreuzte päpstliche Schlüssel, darüber einen auf den Kopf gestellten Dreiberg. Dieser erinnert an die Sage vom Bergsturz, der die Ortschaft Prazalanz verschüttet haben soll.

Persönlichkeiten 4 Menschen, die mit St. Anton im Montafon verbunden sind
  • Martin Thurnher 1844–1922 Lehrer und christlichsozialer Politiker, Ehrenbürger der Gemeinde
  • Ignaz Battlogg 1925–1981 Bürgermeister und Landtagsabgeordneter, in St. Anton geboren
  • Siegmund Stemer * 1951 Bürgermeister von 1981 bis 1997, später Landtagsabgeordneter und Landesrat
  • Herbert Willi * 1956 Komponist, mit der Gemeinde verbunden

Zusammengestellt nach dem Wikipedia-Artikel „St. Anton im Montafon“ (Lizenz CC BY-SA 4.0), in eigenen Worten gekürzt. Zahlen: Statistik Austria und GeoSphere Austria über Wikipedia, abgerufen am 13.09.2026. Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz jeweils am Bild.

Namensherkunft, Sagen, Geschichten und Chronik stammen aus der Heimatforschung – die Quellen stehen auf der jeweiligen Seite.

Touren rund um St. Anton im Montafon

Alle auf der Karte

Startpunkte der Touren. Ein Streckenverlauf liegt nicht vor.

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