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Foto: Raumplanung/Land Vorarlberg, CC BY-SA 4.0
Orte Montafon
Lorüns
Lorüns liegt ganz am Eingang des Montafons, knapp bevor die Alfenz in die Ill fließt. Das Dorf im Bezirk Bludenz ist klein, aber vielseitig: Zu ihm gehören eine Burgruine hoch auf dem Fels, eine preisgekrönte Radwegbrücke und ein Steinbruch, der vom früheren Zementwerk geblieben ist. Weil hier die einzige öffentliche Straße ins Montafon durchführt, ist der Verkehr seit Jahrzehnten ein großes Thema.
- 583 m Seehöhe
- 313 Einwohner
- Bludenz Bezirk
Wissenswertes
Das ist Lorüns
Das kleine Dorf am Tor ins Montafon – dort, wo die Alfenz in die Ill mündet
- ¾ der Gemeindefläche sind von Wald bedeckt
- 2.233 m misst das Kleine Valkastiel im Rätikon westlich des Dorfes
- 1906 ging das Zementwerk Lorüns in Betrieb – bis 2013 lief es
- 15.000 Fahrzeuge rollen täglich durchs Dorf ins Montafon und zurück
- 300 t wiegt die Alfenzbrücke aus Stahlbeton für Rad und Fuß
- 1630 seit damals trägt der Ort in Urkunden den Namen „Lorüns“
Zahlen & Fakten Einwohner, Fläche, Gemeindeamt, Nachbarn
- Einwohner
- 313Stand 1. Jänner 2026
- Fläche
- 8,3 km²
- Dichte
- 38 je km²Einwohner
- Seehöhe
- 583 mOrtszentrum
- Postleitzahl
- 6700
- Vorwahl
- 05552
- Kennzeichen
- BZBezirk Bludenz
- Gemeindekennzahl
- 80114
- Bürgermeister
- Andreas BatloggZemma
- Gemeindeamt
- Lorüns 16700 Lorüns
Einwohner seit 1869 Wie viele Menschen hier lebten – und heute leben
1869 lebten 106 Menschen in Lorüns, 2026 sind es 313 – ein Plus von 195 %.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1869 | 106 |
| 1880 | 103 |
| 1890 | 134 |
| 1900 | 185 |
| 1910 | 143 |
| 1923 | 142 |
| 1934 | 179 |
| 1939 | 177 |
| 1951 | 207 |
| 1961 | 213 |
| 1971 | 213 |
| 1981 | 200 |
| 1991 | 253 |
| 2001 | 265 |
| 2011 | 274 |
| 2021 | 297 |
| 2026 | 313 |
Woher der Name kommt Woher kommt der Name Lorüns?
Woher kommt der Name Lorüns?
Die alten Schreibweisen sind gut dokumentiert – eine Wortbedeutung nennt die Gemeinde nicht.
Wusstest du? Das Wappen von Lorüns zeigt die Fließrichtung der Ill
Zwischen Rätikon und Verwall Das Dorf liegt auf dem Talboden kurz vor dem Zusammenfluss von Alfenz und Ill. Nach Osten …
Das Dorf liegt auf dem Talboden kurz vor dem Zusammenfluss von Alfenz und Ill. Nach Osten steigt das Gemeindegebiet zum Verwall hinauf, wo der Davennakopf mit 1.708 Metern aufragt. Auf der Westseite gehört Lorüns bereits zum Rätikon.
Die Gemeinde ist mit gut acht Quadratkilometern klein und größtenteils bewaldet: Rund drei Viertel der Fläche sind Wald, nur etwa fünf Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, weitere vier Prozent sind Almen. Nachbarn sind Stallehr, Bludenz, Bürs, Vandans und St. Anton im Montafon.

- Davennakopf1.708 m, im Osten der Gemeinde
- Gavalinakopf1.996 m, im Rätikon
- Bludenzer Mittagsspitze2.107 m, im Rätikon
- Kleines Valkastiel2.233 m, im Rätikon
Geschichte Die Ebene am Eingang des Montafons war schon im Mittelalter bewohnt. Wie sich der Name über …
Die Ebene am Eingang des Montafons war schon im Mittelalter bewohnt. Wie sich der Name über die Jahrhunderte gewandelt hat, lässt sich in alten Urkunden gut verfolgen: Aus „Arüns“ und „Aruns“ wurde „Laruns“, dann „Larüns“ und ab 1630 schließlich „Lorüns“.
Wie ganz Vorarlberg regierten auch hier die Habsburger abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau aus. Von 1805 bis 1814 war der Ort bayerisch, seit 1861 gehört er zum Land Vorarlberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Lorüns bis 1955 in der französischen Besatzungszone.
Das Dorf ist über die Jahrzehnte langsam gewachsen: Die erste Zählung 1869 ergab 106 Einwohner, 2021 waren es 297.

Wolle, Zement und Stein Früher lebte die Gegend vor allem von Landwirtschaft, Textilindustrie und Zement. 1889 …
Früher lebte die Gegend vor allem von Landwirtschaft, Textilindustrie und Zement. 1889 gründete Fidel Dörler am linken Ufer der Alfenz eine Spinnerei, in der aus ungekämmter Wolle Streichgarn entstand. 1897 stellte man auf Loden und Wolldecken um, doch nach schwierigen Jahren schloss der Betrieb 1903, und das Gelände ging an die Vorarlberger Zementwerke AG.
Das Zementwerk Lorüns lief ab 1906 über hundert Jahre lang, bis es 2013 geschlossen und teilweise abgerissen wurde. Der zugehörige Steinbruch ist weiter in Betrieb, denn im südlichen Vorarlberg wird viel Baumaterial gebraucht. In den letzten Jahrzehnten haben sich zudem neue Firmen im Ort niedergelassen.
Die Landwirtschaft spielt heute kaum noch eine Rolle: 2010 gab es nur mehr zwei Betriebe, einer davon im Nebenerwerb.

Verkehr und Dorfleben Lorüns hat eine eigene Haltestelle an der Bahnstrecke Bludenz–Schruns der Montafonerbahn. Die …
Lorüns hat eine eigene Haltestelle an der Bahnstrecke Bludenz–Schruns der Montafonerbahn. Die Kehrseite der Lage am Taleingang ist der Durchgangsverkehr: Rund 15.000 Fahrzeuge am Tag nehmen die einzige öffentliche Straße ins Montafon mitten durch das Dorf.
Eine früher angedachte Tunnellösung durch den Davennastock ist vom Tisch. Geplant wird stattdessen eine günstigere Umfahrung an der Oberfläche, nordwestlich der Bahnlinie am linken Ufer der Ill. Zusätzlichen Druck macht der unfallträchtige Alma-Bahnübergang der L 188, der auf amtliche Anordnung entschärft werden muss.
Im Dorf gibt es eine Volksschule, die im Schuljahr 2020/21 von 16 Kindern besucht wurde. Einen Kindergarten hat Lorüns nicht.
Sagen Das Diebschlössle
Geschichten und historische Orte Am Eingang des Montafons – trotz der Ill · Die Familie „von Arüns“
Zeitreise Die wichtigsten Jahre von 1423 bis 2013
- 1423 In einer Urkunde ist von „Arüns“ die Rede
- um 1500 Im Ort steht bereits eine Kapelle
- 1630 Ab diesem Jahr heißt der Ort in den Quellen „Lorüns“
- 1805 Lorüns kommt für neun Jahre zu Bayern, 1814 wieder zu Österreich
- 1861 Mit der Gründung des Landes Vorarlberg wird Lorüns Teil davon
- 1889 Fidel Dörler gründet an der Alfenz eine Streichgarn-Spinnerei
- 1906 Das Zementwerk Lorüns nimmt den Betrieb auf
- 1956 Baubeginn für die neue Kirche nach Plänen von Otto Linder
- 1960 Am Heiligen Abend wird die erste Messe in der neuen Kirche gefeiert
- 1967 Die Landesregierung verleiht der Gemeinde ihr Wappen
- 2010 Die neue Alfenzbrücke für Radfahrer und Fußgänger wird gebaut und freigegeben
- 2013 Das Zementwerk schließt, der Steinbruch bleibt in Betrieb
Aus der Heimatforschung – jeder Eintrag mit Quelle
- 1423 Erste Erwähnung als „Arüns“
- 1487 Urkunde bezeugt ein Haus zu Arüns mit dem alten Wappen
- 1630 Ab 1630 heißt der Ort Lorüns
-
1967
Das Gemeindewappen wird verliehen
Es geht auf das Wappen der Familie von Arüns aus dem 15. Jahrhundert zurück.
Sehenswert Diebsschlössle · Filialkirche hl. Johannes Nepomuk · Alfenzbrücke
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Diebsschlössle
Die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg thront rund 185 Höhenmeter über dem Dorf auf einem hellen, von einer riesigen Spalte durchzogenen Felskopf – großteils schon auf Stallehrer Boden. Die Mauerreste stammen aus dem frühen 14. Jahrhundert, vermutlich wurde die Anlage nie fertig gebaut; Grabungen 2001 brachten sogar Spuren aus der Bronzezeit zutage. Beim Aufstieg über Eisenbügel und entlang der Felsspalte ist Vorsicht geboten.
-

Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5 Filialkirche hl. Johannes Nepomuk
Der Wasserpatron wacht hier nicht zufällig: Schon die Kapelle um 1500 war ihm wegen der gefährlichen Ill geweiht. Die heutige, denkmalgeschützte Kirche entstand 1956 bis 1960 nach Plänen von Otto Linder und besitzt farbige Glasmosaikfenster von Hubert Berchtold und Romuald Hengstler. Die älteste Glocke stammt von 1768, vier Stahlglocken schenkte die Pfarre Altach.
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Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5 Alfenzbrücke
Die kastenförmige Rad- und Fußgängerbrücke aus Stahlbeton spannt sich rund 30 Meter über die Alfenz. Entworfen von Marte.Marte Architekten und 2010 errichtet, greift sie die Idee der gedeckten Holzbrücken Vorarlbergs auf und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem Red Dot Design Award.
Gemeinde und Wappen Bürgermeister, Gemeindevertretung, Wappen
Gemeindevertretung – Wahl 2025
- Zemma für Lorüns 9 von 9 Sitzen
Bürgermeister
- seit 2020 Andreas Batlogg (Zemma)
- 1990–2020 Lothar Ladner (ÖVP)
- 1966–1990 Otto Ladner
- 1945–1966 Josef Batlogg
Das Wappen
Das Wappen zeigt auf blauem Grund einen silbernen Wellenbalken, darüber eine goldene Sonne und darunter zwei goldene sechsstrahlige Sterne. Es wurde 1967 von der Landesregierung verliehen und geht auf das Wappen der mittelalterlichen Familie „von Arüns“ aus dem 15. Jahrhundert zurück. Gedeutet wird es als die Ill, die von Süden (Sonne) nach Norden (Sterne) fließt – ein echtes altes Ortswappen.
Persönlichkeiten 2 Menschen, die mit Lorüns verbunden sind
- Martin Thurnher 1844–1922 Lehrer und christlichsozialer Politiker, Ehrenbürger von Lorüns
- Otto Ladner Bürgermeister von 1966 bis 1990, Ehrenbürger der Gemeinde




Zusammengestellt nach dem Wikipedia-Artikel „Lorüns“ (Lizenz CC BY-SA 4.0), in eigenen Worten gekürzt. Zahlen: Statistik Austria und GeoSphere Austria über Wikipedia, abgerufen am 13.09.2026. Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz jeweils am Bild.
Namensherkunft, Sagen, Geschichten und Chronik stammen aus der Heimatforschung – die Quellen stehen auf der jeweiligen Seite.
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