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Vergeltsgott
Ein armer Reisender kann sein Nachtlager nicht bezahlen. Jahre später wird genau seine unbezahlte Dankbarkeit wichtig.
Überlieferte Sage
Eines Abends kam ein armer Hausierer nach Möggers. Er hatte kaum Geld und bat einen Bauern darum, im Heu schlafen zu dürfen. Der Bauer erlaubte es ihm.
Am nächsten Morgen wollte der Reisende sich bedanken. Bezahlen konnte er nicht. Er bot dem Bauern deshalb nur seinen aufrichtigen Dank und ein „Vergelt's Gott“ an. Der Bauer war damit nicht zufrieden. Ein Dank, meinte er, sei keine Bezahlung. Er verlangte etwas Greifbares, doch der arme Mann besaß kaum etwas.
Viele Jahre vergingen. Der Bauer starb. Danach, so erzählte man sich, fand sein Geist keine Ruhe. Immer wieder soll im Haus seine Stimme zu hören gewesen sein. Er wiederholte jene Worte, mit denen er damals das Dankeswort des armen Mannes zurückgewiesen hatte.
Schließlich kam der Hausierer noch einmal in die Gegend und hörte von dem Spuk. Er ging in das Haus. Als der Geist wieder klagte, antwortete der Reisende sinngemäß, der Bauer solle das „Vergelt's Gott“ nun doch annehmen – jetzt könne er es gut brauchen.
Damit, so endet die Sage, war die alte Schuld beglichen. Der Geist musste nicht länger im Haus bleiben und fand endlich Ruhe.
Quelle & Überlieferung
- Grundlage
- Vergeltsgott – Möggers
- Autor / Sammlung
- überlieferte Sage aus dem Leiblachtal
- Fundstelle
- https://bildungsmedien.vobs.at/bildungsmedien/vorarlberg-arbeitsmateri … (öffnet in neuem Tab)
Diese Fassung wurde für Muntafuner neu erzählt. Moderne Quelltexte wurden nicht wörtlich übernommen. Sagen sind Teil der mündlichen und schriftlichen Überlieferung; verschiedene Fassungen können voneinander abweichen.
Für Muntafuner neu erzählt.
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