Gasthaus
Foto: 32-Fuß-Freak, CC BY-SA 4.0
Orte Montafon
Stallehr
Stallehr gehört zu den kleinsten Gemeinden Vorarlbergs: Nur eine Gemeinde des Landes hat weniger Fläche, im Bezirk Bludenz ist keine kleiner. Das Dorf liegt dort, wo das Klostertal in den Walgau übergeht, und schließt direkt an den Bludenzer Ortsteil Bings an. Obwohl es streng genommen nicht im Tal der Ill liegt, zählt Stallehr seit Jahrhunderten zum Montafon.
- 600 m Seehöhe
- 293 Einwohner
- Bludenz Bezirk
Wissenswertes
Das ist Stallehr
Kleines Dorf am Ausgang des Klostertals – geografisch außerhalb, historisch mitten im Montafon
- 2. zweitkleinste Gemeinde Vorarlbergs, die kleinste im Bezirk Bludenz
- 1355 taucht der Ortsname zum ersten Mal in einer Urkunde auf
- 1947 wieder eigenständig – nach einigen Jahren als Teil von Bludenz
- 68 % des Gemeindegebiets sind mit Wald bedeckt
- 1733 goss Josef Graßmayr die Glocke der Wallfahrtskirche
- ca. 200 Sitzplätze bietet der Davennasaal für Feste und Kultur
Zahlen & Fakten Einwohner, Fläche, Gemeindeamt, Nachbarn
Einwohner seit 1869 Wie viele Menschen hier lebten – und heute leben
1869 lebten 66 Menschen in Stallehr, 2026 sind es 293 – ein Plus von 344 %.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1869 | 66 |
| 1880 | 79 |
| 1890 | 78 |
| 1900 | 77 |
| 1910 | 91 |
| 1923 | 88 |
| 1934 | 97 |
| 1939 | 105 |
| 1951 | 115 |
| 1961 | 158 |
| 1971 | 172 |
| 1981 | 199 |
| 1991 | 235 |
| 2001 | 272 |
| 2011 | 278 |
| 2021 | 273 |
| 2025 | 284 |
| 2026 | 293 |
Woher der Name kommt Woher kommt der Name Stallehr?
Woher kommt der Name Stallehr?
Mehrere Forscher leiten den Namen vom lateinischen „stabularia“ ab – von den Stallungen.
Wusstest du? Stallehr wurde in 450 Jahren sechsmal anders geschrieben
Lage zwischen Klostertal und Walgau Stallehr liegt auf rund 600 Metern am Ausgang des Klostertals, zu Füßen des Davennakopfs – des …
Stallehr liegt auf rund 600 Metern am Ausgang des Klostertals, zu Füßen des Davennakopfs – des westlichsten Ausläufers des Verwalls. Dessen steile Nordhänge werfen im Winter lange Schatten über das Dorf. Im Norden grenzt Bludenz an, im Süden Lorüns.
Gut zwei Drittel der Gemeinde sind bewaldet, rund 13 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Weitere Katastralgemeinden gibt es nicht – Stallehr ist ein einziges, überschaubares Dorf.
Eine Besonderheit ist die Zugehörigkeit: Das Dorf liegt im Tal der Alfenz und damit geografisch nicht im Montafon. Historisch ist es aber eng mit den Montafoner Gemeinden verbunden, etwa als Mitglied des Standes Montafon.

Geschichte und Name Besiedelt wurde die Gegend vermutlich schon in römischer, womöglich sogar in vorrömischer Zeit …
Besiedelt wurde die Gegend vermutlich schon in römischer, womöglich sogar in vorrömischer Zeit – ausgehend von Bludenz, dem Hauptort des Walgaus. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert litt das Dorf mehrmals unter der Pest.
Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gehört Stallehr zum Montafon. Regiert wurde es wie das übrige Vorarlberg lange von den Habsburgern, abwechselnd von Tirol und von Freiburg im Breisgau aus. Nach einem bayerischen Zwischenspiel von 1805 bis 1814 kam es zurück an Österreich, und seit 1861 ist es Teil des Landes Vorarlberg.
1939 wurde Stallehr nach Bludenz eingemeindet. Bei einer Abstimmung am 8. Dezember 1946 sprachen sich die Stallehrer aber deutlich für die Trennung aus, und mit Jahresbeginn 1947 war das Dorf wieder eigenständig. Erster Bürgermeister danach war Eugen Burtscher, der das Amt bis 1977 führte.
Der Name geht auf das lateinische „stabularia“ zurück, also Stallungen. In alten Urkunden wandelt er sich von „Stallär“ (1394) über „Stallör“, „Stallara“, „Stallehrs“ und „Stallühr“, bis sich 1802 die heutige Schreibweise durchsetzte.

Das Diebsschlössle Hoch über Lorüns thront auf einem hellen, überhängenden Felskopf die Ruine des Diebsschlössle …
Hoch über Lorüns thront auf einem hellen, überhängenden Felskopf die Ruine des Diebsschlössle, auch Lorünser Schlössle genannt. Sie liegt zum größten Teil auf Stallehrer Gemeindegebiet. Ein gewaltiger Spalt zieht sich durch den Felsen, und der abgetrennte Teil wird eines Tages ins Tal stürzen.
Die Mauerreste wurden ins frühe 14. Jahrhundert datiert. Weil alle Mauern fast gleich hoch sind – jeweils sieben Steinlagen –, nimmt man an, dass die Burg begonnen, aber nie fertig gebaut wurde. Wer sie errichten ließ und wozu, ist bis heute ungeklärt. Die früher verbreitete Vermutung, hier habe das sagenhafte „Schloss Montafon“ gestanden, gilt inzwischen als widerlegt.
Bei den Grabungen im Jahr 2001 kamen zwar keine datierbaren Funde aus dem Mittelalter zutage, dafür Keramikscherben aus der mittleren Bronzezeit. Der Platz war also schon rund 1600 bis 1300/1200 v. Chr. von Menschen bewohnt.
- ZustiegVon Stallehr oder Lorüns auf einen Sattel östlich des Felsens, dann über Eisenbügel oder mit Fixseil
- VorsichtFelsabstürze und die tiefe Spalte verlangen Trittsicherheit – bei Nässe ist es rutschig
- AussichtVom Plateau reicht der Blick bis ins äußere Montafon
Dorfleben und Alltag Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens ist der Davennasaal, den die Bewohner mit viel …
Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens ist der Davennasaal, den die Bewohner mit viel Eigenleistung gebaut und umgestaltet haben. Unter seinem Dach finden neben dem Saal auch eine Bäckerei-Filiale, ein Jugendraum, Probelokale für die Harmoniemusik und den Chor Sunshine sowie Räume für die Seniorenbetreuung Platz.
Vieles läuft gemeinsam mit den Nachbarn aus Bings und Radin: Schule und Kindergarten stehen im rund einen Kilometer entfernten Bings, ebenso das Haus der gemeinsamen Feuerwehr. Auch Harmoniemusik, Funkenzunft, Singgemeinschaft und Kameradschaftsbund sind dorfübergreifend organisiert.
Arbeit gibt es unter anderem beim Getränkehersteller Ganahl-Arlberg Limonaden, im Brech- und Siebwerk Lorüns, bei Transbeton und in einer Zimmerei. Die Landbuslinie 90 hält am Ortseingang, zur Montafonerbahn-Haltestelle Brunnenfeld–Stallehr sind es etwa 1,3 Kilometer Luftlinie. Weniger idyllisch: Die nahe Arlberg-Schnellstraße S 16 sorgt im Dorf für viel Verkehrslärm.

- Sport und FreizeitKleinfeld-Sportplatz, Radweg, Wanderwege und im Winter eine Langlaufloipe
- Einwohner1869 zählte das Dorf 66 Menschen, 2025 waren es 284
Geschichten und historische Orte Der Hausberg Davenna und seine Namen
Zeitreise Die wichtigsten Jahre von 1355 bis 2001
- 1355 Erste urkundliche Nennung des Ortes
- 1531–1612 Die Pest sucht das Dorf immer wieder heim
- 1640 Die Kirche in Stallehr wird geweiht
- 1750 Heinrich Bagehr baut die Kirche neu oder um
- 1802 Seit diesem Jahr lautet der Ortsname unverändert „Stallehr“
- 1805–1814 Das Gebiet steht unter bayerischer Herrschaft
- 1861 Stallehr wird Teil des neu gegründeten Landes Vorarlberg
- 1939 Eingemeindung nach Bludenz
- 1946 Am 8. Dezember stimmt eine große Mehrheit für die Trennung von Bludenz
- 1947 Stallehr ist wieder eine selbständige Gemeinde
- 1964 Konrad Honold gestaltet das Fassadengemälde am Gemeindesaal
- 2001 Archäologen untersuchen die Burgruine Diebsschlössle
Aus der Heimatforschung – jeder Eintrag mit Quelle
- 1355 Erste urkundliche Erwähnung
- 1394 Der Ort erscheint als „Stallär“
-
1802
Seit 1802 heißt der Ort Stallehr
Die Schreibweise blieb seitdem unverändert.
Sehenswert Wallfahrtskirche Mariä Geburt · Burgruine Diebsschlössle · Fassadengemälde am Gemeindesaal
-

Foto: Feel free to use my photos, but please mention me as the author and if you want send me a message. or (rufre@lenz-nennin, CC BY-SA 3.0 at Wallfahrtskirche Mariä Geburt
Die denkmalgeschützte Kirche geht vermutlich auf eine Kapelle zurück, die der Einsiedler Johann Eble vom Maisäß Davenna um 1640 errichtete. Im Inneren finden sich eine Marienfigur aus dem Jahr 1640, ein Hochaltar der Gebrüder Bertle und Glasfenster von Hubert Fritz aus dem Jahr 1953; die Glocke goss Josef Graßmayr 1733.
-
Burgruine Diebsschlössle
Unvollendete Burg aus dem frühen 14. Jahrhundert auf einem zerklüfteten Felskopf über Lorüns – mit Spuren bronzezeitlicher Besiedlung und weitem Blick ins Tal.
-
Fassadengemälde am Gemeindesaal
Konrad Honold malte 1964 den Ritter von Rudberg, die Ruine Diebsschlössle und Bergknappen an die Fassade.
Gemeinde und Wappen Bürgermeister, Gemeindevertretung, Wappen
Gemeindevertretung – Wahl 2025
- Liste Für Stallehr 9 von 9 Sitzen
Bürgermeister
- seit 2025 Markus Luger
- 2015–2025 Matthias Luger
- 1990–2015 Bertram Luger
- 1977–1990 Josef Schwärzler
- 1947–1977 Eugen Burtscher
Das Wappen
Der Schild ist waagrecht in Schwarz und Silber geteilt. Oben kreuzen sich Schlägel und Eisen, das Zeichen des Bergbaus, unten liegen drei Ringe in jeweils vertauschten Farben. Die Ringe stammen aus dem Wappen der Rüdiger, eines mittelalterlichen Rittergeschlechts.
Persönlichkeiten 1 Menschen, die mit Stallehr verbunden sind
- Martin Thurnher 1844–1922 Lehrer und christlichsozialer Politiker, Ehrenbürger von Stallehr




Zusammengestellt nach dem Wikipedia-Artikel „Stallehr“ (Lizenz CC BY-SA 4.0), in eigenen Worten gekürzt. Zahlen: Statistik Austria und GeoSphere Austria über Wikipedia, abgerufen am 13.09.2026. Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz jeweils am Bild.
Namensherkunft, Sagen, Geschichten und Chronik stammen aus der Heimatforschung – die Quellen stehen auf der jeweiligen Seite.
Ausflugsziele
Kirche & Kapelle Stallehr
Pfarrkiche Bings hl. Dreifaltigkeit
Die Pfarrkirche Bings zur heiligen Dreifaltigkeit steht im Weiler Bings bei Stallehr im Montafon.
Kirche & Kapelle Stallehr
St. Leonhard
Die Kirche St. Leonhard in Stallehr ist dem Patron der Haustiere und Bauern geweiht.
Kirche & Kapelle Stallehr
Wallfahrtskirche Mariä Geburt
Die Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Stallehr ist ein Wallfahrtsort im Montafon, der der Geburt Mariens geweiht ist.
Betriebe
Alle 1Mitreden
Noch hat niemand etwas dazugeschrieben. Was weisst du darüber?
Weisst du etwas dazu? Eine Ergänzung, eine Erinnerung, eine Richtigstellung — hier sammeln wir, was die Leute aus dem Tal wissen.
Anmelden und mitschreiben